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36 Grad und es wird noch heißer!

Der Sommer ist da. Doch was tun, wenn im Büro die schwüle Hitze drückt? Gilt das mit dem Hitzefrei auch für Arbeitnehmer? Und: Warum macht Zugluft eigentlich krank? Alles über Klimaanlagen, Ventilatoren und geöffnete Fenster…

Sommermythos: Der Ventilator kühlt die Luft

Bewegte Luft ist kühler als stehende. Spätestens wenn die Temperaturen über 30 Grad Celsius steigen und durch die geöffneten Fenster kaum mehr ein frisches Lüftchen weht, dann sind die Ventilatoren im Handel wieder vergriffen. Zugegeben, schick sind die Windmaschinen ja. Vor allem die gänzlich metallenen Konstruktionen erinnern an die Filmsets in Hollywood. Doch unterm Strich sind Ventilatoren ein schlechtes Wohlfühlgeschäft. Denn weder Deckenventilatoren noch Tischventilatoren können einen Raum kühlen – die Menschen darin aber sehr wohl. Und das auf zweierlei Weise.

Die menschliche Normaltemperatur beträgt um die 37 Grad Celsius. Wenn die uns umgebende Luft kälter ist, geben wir also Wärme ab – und zwar an die Luftschicht um den Körper herum. Diese wirkt wie ein Wärmeisolator. Bläst ein Ventilator diese Schicht weg, so kühlt der Körper schneller ab. Außerdem reguliert der Körper seine Temperatur über den Schweiß: Wenn wir schwitzen, kühlt uns die Verdunstung. Diesen Effekt unterstützt ein Ventilator, wenn er die feuchte Luft fortbläst.

Viel Wind, wenig Strom

Ventilator (Quelle: flickr.com – Kenneth Lu)

Es muss also nicht immer die stromzehrende Klimaanlage sein. Wem die Ventilator-Kühlung reicht, der sollte folgende Regeln beachten: Gebläse direkt auf sich richten und nur leichte Luftbewegung erzeugen. Wichtig: Warme Luft steigt auf – daher nicht nach oben blasen. Deckenventilatoren sind Blödsinn, da sie die warme Luft nach unten drücken. Besser mit Stand- und Bodenventilatoren von gaerner eine Brise durch große Räume wehen lassen oder frische Luft vom Fenster reintragen. Die etwas mobileren und kleineren, aber auch leiseren Turmventilatoren eignen sich vor allem, wenn mehrere Menschen im Raum kurz etwas Wind abbekommen sollen.

In Büros gibt’s übrigens keine konkrete Regelung bezüglich Hitzefrei. Auf dem Portal arbeitsrechte.de heißt es, dass ab einer bestimmten Temperatur in einem Arbeits- oder Sozialraum unter gewissen Umständen von keinem Arbeitnehmer verlangt werden könne, sich dort zu Arbeitszwecken aufzuhalten. Der Arbeitgeber ist dann dafür zuständig, für ausreichend Abkühlung durch Jalousien, kühle Getränke oder eine Klimaanlage zu sorgen. Eins ist sicher, bei mindestens 37 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit nützt der Ventilator nichts mehr. Dann kommen wir um die Klimaanlage nicht herum. Aber Achtung: Ob Klimaanlage oder Ventilator, vor allem der leichte Luftzug ist gesundheitsschädlich.

Zugluft macht krank

Gerade im Sommer erkälten sich viele Leut, weil sie ständig im leichten Durchzug sitzen. Ob Zug, Bus oder Büro, überall ist das Fenster offen oder die Klimaanlagen und Ventilatoren pusten in den Raum. Problematisch: Die Kälterezeptoren auf der Haut reagieren nicht auf diese leichte Luftströmung. Der Körper leitet keine Abwehrmaßnahmen ein. Bei starkem Wind würden sich die Gefäße verengen und die Durchblutung der Haut steigen. Doch bei leichter Zugluft kühlen die betroffenen Körperstellen aus. Wenn die Luft auf den Schulter-Nacken-Bereich trifft, kühlt die darunter liegende Muskulatur aus. Als Gegenreaktion können Verspannungen auftreten. Trifft die Zugluft auf den Hals, sinkt die Temperatur in der Rachenschleimhaut. Die Lebensbedingungen bereits erworbener Viren verbessern sich – und eine Erkältung kann leichter ausbrechen.

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