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Von Acai-Beeren und Kokoswasser

Acai-Beeren und Kokoswasser haben zwei Dinge gemeinsam: Sie klingen lecker und lassen wohl Pfunde purzeln. Wer auf seine schlanke Linie achtet, der schwört angeblich darauf – genauso wie auf Eiweißbrot. Auch Diäten-Anbieter wie Calriphen werben mit hundertprozentig natürlichen Inhaltsstoffen und setzen auf Weißen Tee. Doch was ist wirklich dran an den Abnehmwundern?

Acai-Beeren

Acai-Beeren (Quelle: flickr.com – borderlys)

Acai-Beeren:

Die Beeren sollen die Fettproduktion hemmen und gleichzeitig das Muskelwachstum und den Stoffwechsel anregen. Experten konnten bisher allerdings noch keine Inhaltsstoffe finden, die das Obst wirklich zum Fatburner oder Faltenkiller machen. Klein, rund und dunkelblau sehen Acai-Beeren ganz gewöhnlich aus und sind es vermutlich auch. Genauso wie die heimischen Johannisbeeren enthalten sie die sicherlich gesunden Vitamine und Ballaststoffe. Doch Fakt ist: Der Körper kann nur Fett verbrennen, wenn er mehr Energie braucht, als er durch die Nahrung bekommt. Und daran können auch Acai-Beeren nichts ändern.

Kokoswasser:

„Agua de Coco“ wird derzeit als leckere und gesunde Kalorienbremse und Fettkiller gepriesen. Kokoswasser, das aus der noch grünen Kokosnuss gewonnen wird, bietet zwar eine geschmackvolle Alternative zum stillen Wasser.  Zum eigentlichen Abnehmprozess trägt es aber nicht bei. Frisch aus der Kokosnuss ist der kalorienarme isotonische Drink mit Kohlenhydraten, Mineralien und Vitaminen durchaus gesund. Fett baut Kokoswasser aber nicht ab.

Eiweißbrot:

Das fluffige Trendbrot enthält nur sechs Prozent Kohlenhydrate, dafür aber 20 Prozent Eiweiß. Dafür nimmt man jedoch auch etwa 250 Kalorien mit einer 100-Gramm-Scheibe zu sich und zahlt knappe drei Euro pro Pfund. Zum Vergleich: Ein normales Weizenmischbrot hat 44 Prozent Kohlenhydrate und nur fünf Prozent Eiweiß. Dafür hat es aber auch nur 220 Kalorien und einen 750-Gramm-Laib bekommt man für etwa zwei Euro. Man zahlt also bis zu viermal mehr für ein Brot, das ernährungsphysiologisch falschzusammengeseztzt ist, kalorienreich ist und nichts bringt außer Geld in die Kassen der Bäckereien. Oftmals fehlen auch die gesunden und sättigenden Ballaststoffe sowie die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe wie B-Vitamine, Zink und auch Eisen, die sonst im Vollkorngetreide sind. Experten warnen, da eine sehr eiweißreiche Kost die Nieren belasten kann. Menschen, die unter Gicht oder Funktionsstörungen der Nieren oder der Leber leiden, sollten sich eher eiweißarm ernähren.

Weißer Tee:

Die Inhaltsstoffe der Knospen und Blätter vom Weißen Tee bremsen Fettzellen offenbar daran, weiter zuzunehmen. Glaubt man der Veröffentlichung im Focus, so wirken insbesondere Methylxanthine und Epigallokatechin-3-Gallat direkt auf menschliche Zellen. Die im Labor gezüchteten menschlichen Vorläuferzellen der Fettzellen waren nach der Behandlung mit dem Tee angeblich weniger gut in der Lage, Fett einzulagern. Inwieweit diese Erkenntnis die Zunahme des weltweiten Übergewichts künftig eindämmen kann, wird die Zukunft zeigen.

Fazit:

Wer abnehmen will, sollte Eiweißbrot aufgrund des hohen Fettgehalts nur in Maßen genießen. Mit Kokoswasser und Weißem Tee kann man sicher nichts falsch machen, aber zum Abnehmen allein reicht es wohl kaum. Und Acai-Beeren – das Naturprodukt – kurbelt genauso wie Johannisbeeren oder anderes Obst das Immunsystem dank seiner Vitamine kräftig an. Von den Beeren in Kapsel- oder Pulverform mit dutzenden unbekannten Zusatzstoffen sollte man aber besser Abstand nehmen. Schließlich kann niemand sagen, ob und wie da gepanscht wurde und welche Nebenwirkungen sich individuell zeigen. Eins ist sicher: Ohne eine gesunde Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung machen weder Acai-Beeren noch Kokoswasser oder andere Produkte dauerhaft schlank.

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