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Schröpfen: Stimulierende Saugkraft

Schröpfen

Schröpfen (Quelle: flickr.com – aveoree)

Kaum zu glauben: Die Saugglasmethode löst Verspannungen, lindert Schmerzen und regt die Selbstheilungskräfte an. Geschröpft wird trocken und blutig. Ein Überblick.

Die Schröpftherapie ist nicht neu.

Neben historischen indischen und ägyptischen Dokumenten deuten vermutlich auch circa 5300 Jahre alte Arztsiegel aus Mesopotamien darauf hin, dass die Schröpfmethode schon eine lange Geschichte hat. In unserem Kulturkreis beschrieben Hippokrates, Galenus und Paracelsus das Ausleitungsverfahren im Detail. Die Wirkweise erklärten sie mit der Säftelehre.

Und so funktioniert das Schröpfen.

Kugelförmige Gläser mit einer runden Öffnung werden auf den Rücken des Patienten gesetzt. Da zuvor eine brennende Flamme in die Gläser gehalten wurde, konnte ein Luftvakuum entstehen. Dann wird die Haut und das darunter liegende Gewebe durch den Unterdruck quasi angesaugt. Und dadurch stimulieren die Saugkräfte über die Reflexzonen die Organe und den gesamten Organismus. Die Körperflüssigkeiten sollen durch die Saugkräfte der Schröpfgefäße wieder ins Gleichgewicht kommen.

Geschröpft wird am Rücken.

Jedem inneren Organ kann eine konstante Stelle im Bereich der Rückensegmente zugeschrieben werden. Vor der Schröpfbehandlung wird das Beschwerdebild abgefragt. Dann werden die Reflexzonen auf druckschmerzhafte Stellen, Verspannungen und Verhärtungen im Gewebe wie beispielsweise Gelosen untersucht. Dabei fährt der Arzt mit der Hand über den Rücken des Patienten. Wenn er dabei schmerzhafte Trigger- und Akupunkturpunkte im Verlauf bestimmter Meridiane und Segmente ertastet, die für die Beschwerden spezifisch sind, so könnte das eine Behandlungsindikation darstellen. An diesen Stellen werden dann die Schröpfgefäße angesetzt. Und zwar entweder trocken oder blutig.

Trockenes Schröpfen.

Beim trockenen Schröpfen bleibt die Haut unverletzt. Durch die Saugkraft kann jedoch Flüssigkeit aus dem Blut- und Lymphgefäßsystem in das umliegende Gewebe austreten und zu einer ödematösen Schwellung führen. Wenn rote Blutkörperchen (Erythrozyten) darin enthalten sind, entsteht ein Hämatom. Um die Flüssigkeitsansammlung wieder zu entfernen, wird die geschröpfte Stelle um ein Vielfaches besser durchblutet. Nicht nur die zuvor gestörte Reflexzone wird dadurch wieder aktiviert, sondern durch den Rückkopplungseffekt auch die damit verbundenen Organe.

Blutiges Schröpfen.

Mittelalterlich wild mutet dagegen das blutige Schröpfen an. Mit einer Rasierklinge ritzt der Therapeut eine bestimmte Stelle und saugt mit dem Schröpfgefäß Blut ab. So unglaublich es auch klingt: Dieses stark ausleitende Verfahren soll vor allem bei akuten Beschwerden spontan Erleichterung bringen.

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