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Operation bei Wirbelgleiten

Wirbelgleiten

Wirbelgleiten (Quelle: flickr.com – Erin Costa)

Beim Wirbelgleiten sind die Wirbelkörper gegeneinander verschoben, verrutscht oder verdreht. Leistungssportarten können die sogenannte Spondylolysthesis begünstigen. In schweren Fällen raten Ärzte zur versteifenden Operation. Ziel der sogenannten Spondylodese ist das Erhalten der Stabilität der Wirbelsäule.

Unnatürliche, akrobatische Körperbewegungen belasten die Wirbelsäule. Beispielsweise beim Geräteturnen, Trampolinspringen oder Stabhochsprung wird der Oberkörper nach hinten überstreckt. Auf lange Sicht kann sich die Struktur bestimmter Wirbel und Zwischenwirbelgelenke dadurch verändern – und so Wirbelgleiten begünstigen.

Wodurch kommt es zum Wirbelgleiten?

Wiederholte, starke Belastung kann den Knochen zwischen den Wirbelgelenken allmählich mürbe machen. Im knöchernen Wirbelbogen kann sich schließlich ein Spalt bilden, auch Spondylolyse genannt. Etwa bei 50 Prozent der Betroffenen mit einer Spaltbildung verschiebenen sich die lädierten Wirbelkörper irgendwann gegeneinander.

Wie äußert sich Wirbelgleiten?

Die Spaltbildung läuft meistens ohne wahrnehmbare Beschwerden ab. Die Betroffenen können jedoch unspezifische Rückenschmerzen haben. Sobald es im weiteren Verlauf zum Wirbelgleiten kommt, können Schmerzen bei Bewegungen im betroffenen Wirbelbereich auftreten. Wenn in dem Prozess die Nervenwurzeln in Mitleidenschaft gezogen werden, kann es zu neurologischen Ausfällen wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen kommen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Typisch füt Wirbelgleiten ist die äußerlich erkennbare Stufe an der Wirbelsäule. Ärzte sprechen vom sogenannten Sprungschanzenphänomen. Wie fortgeschritten das Wirbelgleiten ist, das lässt sich anhand von Röntgenaufnahmen beurteilen. Danach wird das Gleiten in vier Schweregrade unterteilt. Wenn das Krankheitsgeschehen auf eine Beteiligung der Nervenwurzeln hindeutet, ist zusätzlich eine Magnetresonanztomografie angezeigt.

Wie lässt sich Wirbelgleiten therapieren?

Bei einer akut auftretenden Spondylolyse kann es sinnvoll sein, die Wirbelsäule vorübergehend in einem Korsett ruhigzustellen. Sportarten mit häufiger Überstreckung der Wirbelsäule sollten Betroffene pausieren. Krankengymnastik hilft, die Wirbelsäule durch gezielte Kräftigung bestimmter Muskelgruppen zu stabilisieren. Bei Jugendlichen mit einem höchstens zweigradigen Wirbelgleiten lässt sich eine Operation meist noch umgehen.

Wann ist eine Operation nötig?

Wenn der Gleitprozess fortschreitet und die Beschwerden trotz konservativer Therapie bestehen bleiben oder gar motorische Ausfälle wie Lähmungserscheinungen hinzukommen, kann auch eine Wirbelgleiten Operation nötig sein. Welche Operationsmethode zum Einsatz kommt, ist abhängig vom Ausmaß der Veränderung. Die Verfahren reichen vom Verschrauben des Wirbelbogens bis zum operativen Verbinden der Wirbelkörper, auch Spondylodese genannt. Die Versteifung der Wirbelsäule erhält die Stabilität. Eine Instabilität der Wirbelsäule könnte Strukturen wie das Rückenmark oder die Aorta gefährden. Die Spondylodese kann diese Schutzfunktion wiederherstellen. Diese Versteifung der Wirbelsäule kann jedoch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine Operation ist daher der letzte Schritt, der bei Wirbelgleiten in Betracht gezogen wird.

Was passiert bei einer Spondylodese?

Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Bevor der Chirurg die Platten und Schrauben an der Wirbelsäule anbringt, um sie dauerhaft zu versteifen, müssen häufig Teile des Wirbelkörpers wie beispielsweise eine Bandscheibe entfernt und durch eine Prothese ersetzt werden. Nach dem Einsetzen der Schrauben werden je nach Operationsmethode mitunter auch Knochensplitter um die Metallteile gesetzt. Das körpereigene Knochenmaterial, das in der Regel dem Beckenkamm entnommen wird, soll das Verknöchern des operierten Wirbelsäulenbereichs unterstützen. Der Eingriff erfolgt über den Bauch, den Rücken oder kombiniert von beiden Seiten. Wenn keine Knochenteile entfernt oder Implantate eingesetzt werden müssen, kann die Versteifung der Wirbelsäule auch minimal-invasiv erfolgen.

Kann man mit einer Spondylodese jemals wieder Sport treiben?

Das Schlagen von Purzelbäumen ist mit einer versteiften Wirbelsäule nicht zu empfehlen. Nach einer Spondylodese ist der Bewegungsfreiraum der Wirbelsäule eingeschränkt. Eine Physiotherapie und Reha-Maßnahmen sind zunächst erforderlich, um die operierte Wirbelsäule langsam wieder an ihre Aufgaben zu gewöhnen. Durch gezielte Übungen wird die Muskulatur wieder aufgebaut und trainiert. Ein generelles Sportverbot ist im Anschluss an die Regenerationsphase jedoch nicht nötig. Allerdings ist in vielen Fällen ein Wechsel zu anderen, die Wirbelsäule weniger belastenden Sportarten wie beispielsweise Schwimmen zu empfehlen.

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