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Moor: Das schwarze Gold

Moor

Moor (Quelle: flickr.com – thetorpedodog)

Moor hat mehr zu bieten als wertvolle Inhaltsstoffe. Moorbäder regen die Selbstheilungskräfte an und lindern Schmerzen. Welche Rolle Wärme dabei spielt.

Warm und weich.

Schon allein das Liegen im Moorbad tut gut. Der Auftrieb entlastet die Gelenke und man hat das Gefühl zu schweben. Kontinuierlich führt das Moor dem Körper dabei Wärme zu und erzeugt dadurch eine Art künstliches Fieber (Hyperthermie), das für eine ganze Reihe verschiedener Heilwirkungen verantwortlich ist. Ganz allgemein werden durch Moorbäder die körpereigenen Abwehrkräfte gesteigert und die Selbstheilung angeregt. Die Durchblutung wird verbessert und das Immunsystem gestärkt. Die Muskulatur entspannt, das gesamte Nervensystem beruhigt sich und Stress wird abgebaut.

Günstige Wirkung auf Schmerzrezeptoren.

Schon Paracelsus soll Moorbäder als Naturheilmittel empfohlen haben. Heute sind Mooranwendungen aus den zahlreichen Kurorten jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Gebadet wird dabei im Moorbrei, den man aus gestochenem Torf und Thermalwasser zubereitet. Torf entsteht in wasserreichen Böden wie Sumpfgebieten, wo abgestorbene Pflanzen ohne Sauerstoffzufuhr zu Naturmoor verrotten. Durch die Vertorfung pflanzlicher Reste enthält Moor nicht nur Mineralien, sondern auch viele nützliche organische Substanzen wie beispielsweise Huminsäure, aber auch Kieselsäure, Eisen, Mangan, Kupfer, Magnesium und Kalzium. Dass Moor oft „schwarzes Gold“ genannt wird, liegt sicher daran, dass es so reich an wertvollen Inhaltsstoffen ist. Wegen der günstigen Wirkung auf bestimmte Schmerzrezeptoren sollen Moorbäder sogar rheumatische Beschwerden lindern können.

Was ist ein Moorbad?
Moorbäder sind bis zu 42°C warm. Gebadet wird im Moorbrei, hergestellt aus frisch gestochenem Naturmoor. Gröbere Pflanzenteile und kleine Ästchen müssen zuvor aussortiert werden. Mit Thermalwasser wird der rohe Torf dann zu Moorbrei verrührt. Für ein Heilmoorvollbad werden etwa zwei Zentner frisch gestochener Torf einmalig verwendet. Heute gibt es nur noch wenige Moorlandschaften. Deshalb wird in vielen Kurorten Torf nach der Anwendung wieder in die alten Torfstiche transportiert und dort renaturiert.

Was bewirkt ein Moorbad im Körper?
Moor ist ein ausgezeichneter Wärmespeicher. Während eines Moorbades gibt Moor stetig Wärme an den Körper ab, wodurch die Körpertemperatur steigt. Dabei läuft eine bestimmte Kettenreaktion ab, welche die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert. So werden zum Beispiel die Gelenke des Bewegungsapparates vermehrt durchblutet und dadurch gleichzeitig besser ernährt. Zudem wird der Stoffwechsel aktiviert. Entzündungsmediatoren (Prostaglandine) werden vermindert und die Ausschüttung körpereigener entzündungshemmender Stoffe wird gesteigert.

Bei welchen Erkrankungen werden Moorbäder empfohlen?
Aufgrund der Wärmeübertragenden Eigenschaften eignen sich Moorbäder vor allem zur Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Muskelverspannungen, rheumatische Beschwerden, Abnutzungserscheinungen der Gelenke (Arthrose) und der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden). Allgemein werden Mooranwendungen aber auch zur Vor- und Nachsorge empfohlen. So sind Moorbäder ideal zur Osteoporoseprophylaxe und zur Nachbehandlung von Unfallschäden oder Operationen.

Wann ist von einem Moorbad abzuraten?
Bei Herz- und Kreislauferkrankungen, stark erhöhtem Blutdruck, Krampfadern, offenen Wunden, während der Schwangerschaft, bei Tumoren, kurz nach Operationen und bei akuten Entzündungen ist von einem Moorbad abzuraten.

Wo gibt es Informationen?
Bei Fragen zur Anwendung von Moorbädern gibt jeder Kurarzt gern Auskunft.

Tipp:
Wer nicht die Möglichkeit hat, eine Moorbadkur durchzuführen, für den könnten Moorpackungen das Mittel der Wahl sein.

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