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Hype um grünen Kaffeeextrakt

Ein halbes Kilo Gewichtsverlust pro Woche – und das, ohne Sport oder Fasten: Extrakt aus grünem Kaffee soll Fett verbrennen und die überschüssigen Pfunde purzeln lassen. Wie sollte es anders sein, der Trend stammt aus den USA. Die angebliche Wunderdiät setzt sich nun offenbar auch in Deutschland durch. Was dahinter steckt.

grüne Kaffeebohnen

grüne Kaffeebohnen (Quelle: flickr.com – Scot Nelson)

Der Traum vom schnellen Abnehmen

Sportmagazine berichten vom sogenannten Schlank-Trick-Fatburner Grüner Kaffee und versprechen schnelles Abnehmen mit dem Extrakt aus grünen Kaffeebohnen. Vollgepackt mit Vitaminen und Antioxidantien soll das Produkt die Vitalität und die Energie erhöhen. Spätestens seit Herbst vergangenen Jahres ist der Hype auch in Deutschland angekommen. Im Internet häufen sich die Angebote und Verprechen rund um das teure Nahrungsergänzungsmittel, das zum Beispiel unter www.gruener-kaffeeextrakt.de bestellt werden kann. Um die zwanzig Euro verlangen Lieferanten für eine Dose mit 90 Kapseln. Kritische Stimmen sind bisher rar gesät.

Studie im Fernsehen befeuert den Trend

Die bisher größte Studie zum grünen Kaffee-Extrakt fand im amrerikanischen Fernsehen statt. Ein Sender widmete den grünen Bohnen gleich eine ganze Show. Hundert weibliche Studiogäste testeten das Extrakt vor den laufenden Kameras. Ergebnis: Wer über zwei Wochen den grünen Kaffee Extrakt bekam, der verlor in dieser Zeit circa ein Kilogramm Gewicht. Die Probanden der Vergleichsgruppe hatten weniger Erfolg. Sie verloren nur ein halbes Kilogramm. Allerdings hat die Untersuchung einen Haken. Die Teilnehmer führten ein Tagebuch über ihre Ernährung, was vermutlich dazu führte, dass sich das Essverhalten verändert.

Was steckt hinter dem Wundermittel?

Die rohen Bohnen enthalten Chlorogensäure. Die Substanz wird beim Rösten des Kaffees abgebaut und ist deshalb vor allem in grünen, ungerösteten Bohnen enthalten. Chlorogensäure kommt auch in anderen Pflanzen wie zum Beispiel in Artischocken, Kartoffeln oder Brennnesseln vor. Der Stoff soll in hohen Konzentrationen Enyme hemmen, die Zucker und Fett in den Körper aufnehmen und umwandeln. Belegt wurde dies bisher allerdings nur bei Versuchen mit Mäusen. Die Studien mit Menschen scheinen zwar vielversprechend, sind aber bei den geringen Teilnehmerzahlen von etwa zehn Probanden nicht repräsentativ.

Schon Bohnenkaffee als Schlankheitsmittel verklärt

Auch das Kaffeegetränk, das aus gerösteten Kaffeebohnen hergestellt wird, wurde bereits zum Mittel gegen Übergewicht verklärt. Das darin enthaltene Koffein soll den Stoffwechsel anregen und die Fettverbrennung ankurbeln. Wenn überhaupt, ist der Effekt allerdings gering. Experten warnen außerdem vor solchen Nebenwirkungen wie Schwitzen, Unruhe oder Herzrasen durch einen beschleunigten Puls.

Fazit: Der einzige sinnvolle Weg hin zu einem schlanken Körper besteht in einer gesunden Ernährung. Nicht unbedingt weniger, aber energieärmere Nahrungsmittel auf der Speisekarte versprechen Erfolg bei dem Versuch dabei, das Übergewicht zu reduzieren. Wer gesund ist und abnehmen will, muss an seine Ernährung ran.

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