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Heiß, nackt, gesund!

Romain Cloff

Finnische Sauna ( Quelle: flickr.com – Romain Cloff)

Nackt sind alle Menschen gleich. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum die Finnen ihre Saunakultur so liebevoll pflegen. Auch hierzulande hät das Saunieren inzwischen Einzug.

Ob Blockbohlen-Sauna am See, Mini-Sauna im Hobbykeller oder luxuriöse Wellness-Oase unter der Dachschräge, Einbausaunen gehören heute zum modernen Wohnumfeld. Nach einem langen Arbeitstag zu Hause in der Sauna relaxen, das ist wie Urlaub. Da fällt der Stress ab. Oder wie es ein finnisches Sprichtwort sagt: „In der Sauna verraucht der Zorn und die Galle trocknet aus.“

Mehr als heißer Dampf

Was bei den nordischen Nachbarn in Finnland seit über 2000 Jahren kein Geheimnis mehr ist, das entdecken die Deutschen hierzulande gerade erst: Regelmäßiges Schwitzen in der Sauna härtet das Immunsystem ab, Körper ebenso wie Geist und Seele entspannen. Und zwar nicht nur in der kalten Jahreszeit. Der Trend nimmt zu. Mehr als 30 Millionen Bundesbürger gehen zyklisch in die Sauna. Eine Umfrage des Deutschen Sauna-Bundes fand das heraus. Mehr noch: Eine Million Deutsche haben sich das Schwitzbad schon nach Hause in die eigenen Wände geholt. Von der Firma B+S Finnische Sauna kann man sich beispielsweise eine Gartensauna mit Holzofen bauen lassen. Wer handwerklich begabt ist, kann sich seine Wunschsauna auch selber bauen. Offenbar ist die Einbausauna inzwischen sogar salonfähig. Statt im Keller präsentiert sie sich unterdessen als Teil des direkten Wohnumfeldes im Bad, Schlafzimmer oder dem ausgebauten Dachgeschoss. Eine Heimsauna ist nicht eben nicht nur eine schöne, sondern vor allem auch eine gesunde Möglichkeit, um leer gewordene Kinderzimmer oder ungenutzte Dachböden einer neuen Nutzung zuzuführen.

So gesund ist Schwitzen

Doch was passiert beim Saunieren eigentlich im Körper? Die provozierte Schweißtreiberei erzeugt ein künstliches Fieber. Durch die erhöhte Termpertur werden im Körper einige Krankheitserreger zerstört. Wer bereits erkältet ist, sollte lieber pausieren. Schwitzbuden wirken eher präventiv und helfen weniger als Heilmittel bei einer bereits ausgebrochenen Krankheit. Hitze und Kaltbäder im Wechsel stärken Muskulatur und Kreislauf. Die Poren der Haut öffnen sich. Die Durchblutung wird gefördert, die Hautalterung verlangsamt sich. Traditionell dienen frisch gebundene Büschel aus Birkenzweigen als sanfte Peitschen. So werden die aufgeweichten, alten Hautschichten entfernt und die gereinigte Haut massiert. Ätherische Öle im Aufguss sind in finnischen Saunen eher unüblich. Ebensowenig schütten die Finnen Bier auf die heißen Steine.

Mehrere Saunadurchgänge brauchen Zeit, damit sich der Sinnesgenuss entfalten lässt. Feste Regeln gibt es nicht. Die Abkühlphase sollte jeder zeitlich individuell gestalten. Erneut in die Sauna begibt man sich erst, wenn man sich dafür bereit fühlt. Körperempfinden und Sensibilität sind gefragt. Mehr als die Anzahl der Aufgüsse oder Durchgänge ist das persönliche Bewusstsein entscheidend. Ein echtes Saunaerlebnis kann sich schon mal ein bis drei Stunden hinziehen. Danach fühlt man sich wie neu geboren. Und hat man tatsächlich das Vergnügen, in einer typischen Blockhaussauna an einem See zu weilen, dann ist natürlich ein Bad im See oder das Abreiben mit frischem Schnee und in guter Luft zusätzlich erholsam.

Echte Raumwunder

Mit einem Grundriss von mindestens 1,25 Meter mal 1,25 Meter findet sich selbst in einer kleinen Single-Wohnung Platz für eine Sauna. Eine vierköpfige Familie kommt mit einer Fläche von zwei Meter mal zwei Meter aus. Die neuen Sauna-Modelle sind echte Raumwunder. Das Angebot ist facettenreich. Die Architekten und Ingenieure passen die Lösungen individuell auf die Bedürfnisse der Kunden und räumlichen Anforderungen an. So ist beispielsweise eine Elementsauna sehr flexibel. Sie besteht aus vorgefertigten Elementen, die auf einen verzapften Grundrahmen montiert werden. Dachschrägen, Schornsteinecken oder Nischen lassen sich beim Aufbau ohne weiteres integrieren. Anders die urigen Blockbohlensaunen aus entrindeten Baumstämmen: Diese Massivholzsaunen müssen nicht weiter isoliert oder verschalt werden. Die massiven Blockbohlen bilden Außen- und Innenwand der Sauna und sorgen so für ein natürliches, nach Holz duftendes Saunaklima.

Auf das richtige Holz kommt es an

Das Holz ist von entscheidender Bedeutung. Desto mehr Holz verarbeitet ist, umso besser ist das Saunaklima. Besonders gut eignen sich nordische Hölzer wie Fichte, Espe, Kiefer. Gewachsen unter extremen Klimabedingungen, trotzen die Bohlen auch den starken Temperaturschwankungen in der Saunakabine. Moderne Schwitzbuden mit viel Glas und Metall sind hingegen weniger empfehlenswert.

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