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Hagebutte: Männlein im Walde

Hagebutte

Hagebutte (Quelle: flickr.com – Allie_Caulfield)

Hagebutten sind reich an Vitamin C und können im Spätherbst wieder gesammelt werden. Getrocknet werden die Hagebuttenschalen und Samen dann als Tee verwendet. Doch auch Mus, Marmelade oder Likör lassen sich aus den rot leuchtenden Früchten herstellen. Mit Rezepten zum selber machen.

Rot leuchtende Früchte

Bereits August Heinrich Hoffmann besang im Jahre 1843 die Hagebutte in seinem Kinderlied: „Ein Männlein steht im Walde“. Hagebutten heißen die rot leuchtenden Früchte der Wildrose oder auch Heckenrose. Allgemein bekannt ist die Hagebutte als Tee. Im Sommer kalt getrunken ist der Hagebuttentee ein ideales Erfrischungsgetränk. Im Winter als Heißgetränk schützt Hagebuttentee wegen seines hohen Vitamin C Gehaltes unter anderem auch vor Erkältungskrankheiten.

Lecker, lecker Liköre und Kompotte

Neben Tee, den man aus den getrockneten Früchten zubereitet, können aber auch Marmeladen, Mark, Säfte, Liköre oder Kompotte aus den frischen Hagebuttenschalen hergestellt werden. Das Pflücken und Zubereiten der Früchte macht garantiert Laune, noch dazu, wenn man den hohen Vitamingehalt und die wertvollen Mineral- und Gerbstoffe bedenkt. Am besten halbiert man die gewaschenen Früchte längs und schabt die Kerne mit einem Löffelchen heraus, bevor man sie entweder weiterverarbeitet oder trocknet.

Kann man Hagebutten selber sammeln?
Ja. Die Hagebuttenfrüchte werden im Spätherbst geerntet. Achtung beim Sammeln, denn die Stämmchen und Äste sind mit derben Stacheln besetzt, weshalb man sich am besten Handschuhe anzieht.

Wo wachsen Hagebutten?
Der in Europa, Asien, Lateinamerika und Nordafrika heimische Wildrosenstrauch wächst meist wild und gern an sonnigen Heidehängen, an Waldrändern, in Hecken und Böschungen, wird aber auch in Gärten kultiviert, da er recht pflegeleicht ist.

Woraus bestehen Hagebutten?
Die im reifen Zustand leuchtend roten Hagebutten enthalten viele kleine Nüsschen mit widerhakenbestückten Härchen, die Samen. Unter Kindern auch als „Juckpulver“ bekannt, da sie bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen können, handelt es sich bei den Samen (Semen cynosbati) um die eigentliche Hagebuttenfrucht. Neben Hagebuttensamen eignen sich insbesondere die Schalen (Fructus cynosbati sine semine) der Früchte als Tee.

Welche Inhaltsstoffe besitzen Hagebutten?
Hagebutten werden verwendet, weil sie Vitamin C und andere Vitamine (B1, B2, K, P), wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. So wird Hagebuttensamen wegen den therapeutisch wirksamen Gerbstoffen, Schleimstoffen und Proteinen als Bestandteil von Teemischungen eingesetzt. Die Hagebuttenschalen sind reich an Ascorbinsäure (Vitamin C) und enthalten zudem Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe und Pektinsäure.

Welche Heilwirkung hat Hagebuttentee?
Der Bedarf an Vitamin C ist in der kalten Jahreszeit bei vielen Menschen erhöht. Dann wird der aus getrockneten Hagebuttenschalen zubereitete Tee wegen des hohen Vitamin C Gehaltes gern zur Vorbeugung und Behandlung von grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten getrunken. Zugleich wird die Immunabwehr gestärkt. Doch auch die Hagebuttensamen können für die Teezubereitung genutzt werden. Aufgrund seiner harntreibenden Wirkung wird Tee aus Hagebuttensamen bei Beschwerden im Bereich der Niere und ableitenden Harnwege eingesetzt, außerdem bei rheumatischen Beschwerden.

Tipp:
Wer die Sammelzeit verpasst hat, kann die rot leuchtenden Früchte auch noch im Handel bekommen.

Und noch ein paar Rezepte.

Hagebuttentee:
Aus den Früchten der Wildrose lässt sich ein wohlschmeckender Tee bereiten. Gesammelt werden die Früchte im Spätherbst. Die getrockneten Hagebutten sollten vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden.

Hagebuttenmark:
Von einem Kilogramm Hagebutten bleiben nach der Entkernung etwa ein halbes Kilogramm Hagebuttenmark, auch Hägenmark genannt. Und so geht es: Zuerst werden die Hagebutten geputzt. Das heißt, Blüten und Stiele abschneiden, die Hagebutten längs halbieren und die Kerne entfernen. Anschließend werden die Hagebuttenschalen in einen mit Wasser gefüllten Topf gegeben und etwa eine Stunde weich gekocht. Nun werden die weichen Hagebutten püriert und durch ein Feinsieb abgeseiht. Wenn das Hagebuttenmark abgekühlt ist, kann man es entweder einfrieren oder weiterverarbeiten.

Hagebuttenmarmelade:
Aus den sehr saftigen überreifen Hagebutten lässt sich eine leckere, den Appetit anregende Marmelade herstellen. Zuerst stellt man Hagebuttenmark her, das man dann mit dem Fruchtsaft von beispielsweise Orangen, Pfirsichen oder Äpfeln weiter verarbeitet. Die Hagebuttenmarmelade sollte zu achtzig Prozent aus Hagebuttenmark und zu zwanzig Prozent aus Fruchtsaft bestehen. Das mit dem Fruchtsaft vermengte Hagebuttenmark wird nun zusammen mit dem Gelierzucker verrührt und aufgekocht. Der dabei entstehende Schaum muss währenddessen mehrmals abgeschöpft werden. Kurz vor Ende der Zubereitungszeit kann noch Zitronensäure dazu gegeben werden, wodurch die Marmelade eine schöne kräftige Farbe erhält. Sobald die Marmelade andickt, wird sie heiß in die bereitstehenden Gläser gefüllt.

Hagebuttenlikör:
Die Mengenangabe gilt für eine Flasche Likör: Zunächst werden 250 Gramm Hagebutten gewaschen und entkernt. Die Hagebuttenschalen werden in ein großes Glas gegeben, das mit 0,7 Liter Kirschwasser aufgegossen wird. Dann lässt man das Gefäß bei Zimmertemperatur für vier bis sechs Wochen ziehen. Nach dieser Zeit vermischt man den Alkohol mit einem Viertel Liter Wasser, in welchem man zuvor 200 Gramm weißen Kandiszucker aufgelöst hat. Nun kann der Likör abgeseiht und in Flaschen umgefüllt werden. Den Hagebuttenlikör sollte man aber noch mindestens vier Wochen ruhen lassen, bevor man ihn trinkt. Und dann: Zum Wohl!

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