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Ginkgo bei Alzheimer umstritten

Zum Schutz vor Alzheimer schlucken viele ältere Menschen Ginkgo-Arzneien. Ob sie wirklich den geistigen Verfall im Alter bremsen oder gar Alzheimer vorbeugen, ist unklar. Denn aktuelle Studien wiedersprechen sich. Was das Gehirn aber nachweislich fit halten kann, sind gesunde Ernährung sowie körperliche und geistige Tätigkeit.

Ginkgo

Ginkgo (Quelle: flickr.com – Jocelyn Kinghorn)

Extrakte aus Ginkgo-Blättern und -Samen werden bereits seit vielen Jahrhunderten als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Mit Ginkgo-Präparaten zur Steigerung kognitiver Fähigkeiten erzielen Pharma-Unternehmen weltweit Millionenumsätze. Der Nutzen dieser Mittel ist jedoch umstritten.

Viel Werbug für Ginkgo-Extrakte

Ginkgo biloba, so der lateinische Name, werden allerhand Wirkungen zugesprochen. Ob Gingium oder Ginkgo spezial, in der Werbung wird das Extrakt aus den Ginkgo-Blättern immer wieder als Wundermittel propagiert. Als GinkgoMAX steht das Produkt bei dem Vertreiber für Gesundheitsmittel Dr. Hittich in den Top 10 der beliebtesten Produkte. Ginkgo soll das Gedächtnis verbessern und die Durchblutung fördern. Außerdem wirkt es antioxidativ, das heißt es schützt den Körper vor gefährlichen freien Radikalen aus der Luft. Und: Es soll die Gedächtnisleistung verbessern, den Niedergang von Nervenzellen verhindern und zur Stärkung der Konzentration und Merkfähigkeit im Alter dienen, wie Werbesprüche preisen.

Ginkgo schützt nicht vor geistigem Verfall

Zur Vorbeugung gegen Alzheimer ist Ginkgo jedoch nutzlos. Zu dieser Erkenntnis kamen aktuelle Studien, wie Stiftung Warentest berichtet hat. Demnach konnte das Ginkgo-Extrakt bei den über 70-Jährigen das Auftreten von Alzheimer über einen Untersuchungszeitraum von fünf bis sechs Jahren nicht verhindern. Zwar besteht theoretisch die Möglichkeit, dass die Präparate dafür über einen noch längeren Zeitraum oder bereits in jüngeren Jahren einzunehmen sind. Dafür gibt es aber bisher keine Beweise.

Gehirntraining für die Grauen Zellen

Einer altersbedingten Neigung zur Vergesslichkeit lässt sich mit kleinen Tricks leicht vorbeugen. Viele von den Übungen fürs Gehirn lassen sich nebenbei erledigen und sind trotzdem wirkungsvoll.

  • Ein Instrument spielen: Verbessert die Kontrolle der Bewegungen.
  • Lieder auswendig lernen: trainiert das Gedächtnis und erhöht die Aufmerksamkeit beim Zuhören.
  • Fernseher leiser stellen: steigert die Konzentration.
  • Ballspiele: Hochwerfen und Fangen verbessert die Koordination.
  • Puzzlen: trainiert das Erinnerungsvermögen.
  • Die „andere Hand“ benutzen: Als Rechtshänder mit der Linken Zähne putzen oder umgedreht.
  • Über Kopfsteinpflaster gehen: Das Laufen auf unebenen Straßen wirkt sich positiv auf die Balance aus.

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