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Ernährung bei Gicht

Wer an Gicht leidet, sollte sich gesund und ausgewogen ernähren. Wichtig: Der Puringehalt der Lebensmittel sollte möglichst gering sein. Mit dem richtigen Speiseplan lässt sich das Essen trotz Gicht genießen.

Ernährung bei Gicht

Ernährung bei Gicht (Quelle: flickr.com – ohallmann)

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zuviel Harnsäure im Blut ansammelt. Infolge der erhöhten Harnsäure-Konzentration bilden sich Harnsäure-Kristalle, auch Urat-Kristalle genannt, die sich in Gelenken, Schleimbeuteln, Sehnen, in der Haut oder im Ohrknorpel ablagern. Hierdurch kann es zu Gelenkentzündungen sowie zu Gelenkschäden kommen. Die Kristalle setzen sich auch in der Niere ab. Nierensteine und Nierenschäden können die Folge sein, wenn die Gicht unbehandelt bleibt.

Wie äußert sich ein Gichtanfall?

Ein akuter Gichtanfall macht sich typischerweise durch Gelenkschmerzen bemerkbar. In den meisten Fällen ist zuerst der große Zeh, genauer gesagt das Großzehengrundgelenk, davon betroffen. Auslöser für einen Gichtanfall sind üppige Mahlzeiten und Alkohol. Circa 80 Prozent der an Gicht Erkrankten sind Männer. Die Krankheit beginnt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Frauen erkranken nicht vor dem Einsetzen der Wechseljahre. Die Neigung zu einem erhöhten Harnsäure-Spiegel ist bei den meisten Gichtkranken angeboren. Eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht können den Ausbruch der Krankheit jedoch begünstigen. Weil die Schmerzattacken oft nach üppigen Mahlzeiten oder reichlichem Alkoholgenuss einsetzen, wird die Störung auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet.

Purinarm essen

Die allgemeinen Grundsätze für eine gesunde Ernährung gelten auch für Menschen mit Gicht: Ausreichend Flüssigkeit, also zwei bis drei Liter pro Tag, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch, möglichst fettarm, kein Alkohol gehören dazu. Zusätzlich sollten Menschen mit Gicht purinreiche Nahrung meiden. Denn aus den Purinen in der Nahrung bildet der Körper Harnsäure. Purinreich sind Fleisch und vor allem Innereien, bestimmte Fischsorten, Hefe und Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder weißen Bohnen. Hier ist Zurückhaltung geboten. Ungünstig ist auch eine hohe Fettzufuhr. Wer Lebensmittel möglichst fettarm dünstet oder grillt, ist auf der sicheren Seite. Milch und Eier als Quellen für Eiweiß sind aber im Ernährungsplan erlaubt ebenso wie Obst, Gemüse, Salate und Kartoffeln. Eine paar Ausnahmen gibt es aber auch hier: So sind Spinat und Rosenkohl eher purinreich und daher besser in Maßen zu genießen.

Was sonst noch zu beachten ist

Vitamin C, zum Beispiel in frisch gepressten Orangensaft, hat hingegen einen leicht harnsäuresenkenden Effekt. Empfehlenswert ist auch eine ausreichende Trinkmenge von zwei bis drei Litern Flüssigkeit pro Tag. Neben Wasser sind auch Tee oder Kaffee erlaubt. Von zuckerhaltigen Softdrinks wie Cola, Fanta oder Sprite ist jedoch abzuraten. Idealerweise sollte Alkohol ganz gemieden werden. Das betrifft vor allem Bier, das neben Alkohol auch noch sehr reich an Purinen ist. Da Übergewicht als Risikofaktor für Gicht gilt, ist eine allmähliche Gewichtsreduktion durch viel Bewegung und eine fettarme Küche angestrebt werden.

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